Im interview: Sandra Freund von «Søstrene Grene»


Das Zuhause gemütlich und effektiv heimelig zu gestalten, darauf versteht sich das dänische Franchisekonzept Søstrene Grene. In der Schweiz ist Sandra Freund Franchisenehmerin von Søstrene Grene. Seit dem Start hat sie bereits eine beeindruckende Expansion verfolgt. Ich freue mich, dass Sie uns für dieses Interview zur Verfügung steht. 

Søstrene Grene Store in Luzern/Schweiz © Søstrene Grene
Søstrene Grene Store in Luzern/Schweiz © Søstrene Grene

Veronika Bellone: Liebe Frau Freund, ein dänisches Unternehmenskonzept auf den Schweizer Markt zu bringen, das ist vielleicht schon aufgrund der Flaggen naheliegend. Warum waren Sie sich sicher, dass es auch ansonsten funktionieren würde?

Sandra Freund  © Søstrene Grene
Sandra Freund © Søstrene Grene

Sandra Freund: Ja man könnte davon ausgehen, dass sich auch die Flaggen gut vertragen! Doch das schlichte, nordische Design ist nicht nur ein Trend, sondern ein Lebensgefühl, dem ein grosser Teil der Bevölkerung aktuell positiv zuspricht. Als ich das erste Mal in Hamburg in einem Søstrene Grene Store stand, war ich begeistert und wusste, dass ein solches Konzept in der Schweiz fehlt und nur auf die erfolgreiche Implementierung in unserem Land wartet. Natürlich begleiten Unsicherheitsfaktoren und Risiken ein solches Wagnis, doch diese bestehen ja immer bei einem Jungunternehmen. Aus meiner langjährigen Retail-Erfahrung schöpfte ich das Vertrauen und den Mut für einen Aufbruch zu neuen Ufern.

Veronika Bellone: Was ist das Besondere am Geschäftskonzept Søstrene Grene? Und was war das Ausschlaggebende für Sie, als Franchisepartnerin bei Søstrene Grene einzusteigen?

Sandra Freund: Vor allem begeisterte mich die breite Vielfalt des Sortiments und die sich ergänzenden Produkte für ‚Schöner Wohnen‘. Aus der Fülle des Angebots ist für jede Kundin, jeden Kunden etwas zu finden, das das Zuhause einfacher oder gemütlicher macht. HYGGE ist nicht nur ein aktuelles Modewort, sondern umschreibt das Wohlfühlgefühl in einer stimmigen Wohnkultur. Auch die Kreativität von Jung und Alt wird mit dem riesigen Sortiment an DIY-Bedarf angeregt, gefördert und liegt voll im Trend. Das ständig wechselnde Sortiment und die Preise, die nie höher sind, als sie unbedingt sein müssen, waren mir Garanten, um die Marke in der Schweiz erfolgreich positionieren zu können.

Veronika Bellone: 2017 haben Sie Ihren ersten Shop in Zürich eröffnet. Wie wurde der von den Schweizern und Schweizerinnen wahrgenommen? Haben Sie damals Impulse erhalten, das Sortiment oder den Auftritt landesspezifischer anzugleichen?

Sandra Freund: Wir fieberten sehr auf unsere erste Eröffnung hin und waren gespannt, wie die Marke im Schweizer Markt Anklang findet, ob die Akzeptanz wie gewünscht vorhanden ist. Die lange Schlange an Leuten an unserem Eröffnungstag gab uns Recht, dass Søstrene Grene sehnlichst in der Schweiz erwartet wurde. Viele Kundinnen und Kunden kennen den Brand bereits aus ihren Reisen in den Norden und waren mehr als erfreut, das Sortiment nun vor der Haustüre vorzufinden. Das Konzepts des Verweilens, das Aufstöbern von speziellen Sachen, begleitet von klassischer Musik hat sich rundum bewährt. Die Kundschaft schätzt das stimmige Einkaufserlebnis in der Fülle der Auswahl und auch den nordischen Stil sehr. Ich denke, das macht den Erfolg von Søstrene Grene aus und gibt den Kundinnen und Kunden das Gefühl, irgendwo in eine andere Welt einzutauchen, die es sonst nirgends gibt.

Veronika Bellone: Hatten Sie als Franchisenehmerin von Beginn an eine Multi-Unit-Expansionsstrategie im Sinn oder hat sich der Wunsch danach erst aufgrund der hohen Akzeptanz herausgebildet?

Sandra Freund: Eine Expansionsstrategie war bereits zu Beginn erklärtes Ziel. Natürlich immer mit dem Hintergrund und der Gewissheit eines erfolgreichen Markteintritts. Auch heute verfolgen wir diese Strategie mit der Absicht, in allen grösseren Städten in der Schweiz einen Søstrene Grene Store zu etablieren. Unterdessen sind wir bei Nummer 10 und die Geschichte wird sich fortsetzen. Es ist wie in einer grossen Familie, bei der immer neue Mitglieder dazukommen und wir alle herzlich willkommen heissen.

Søstrene Grene Store in Luzern/Schweiz © Søstrene Grene
Søstrene Grene Store in Luzern/Schweiz © Søstrene Grene

Veronika Bellone: Nachhaltigkeit ist bereits seit der Gründung von Søstrene Grene 1973 Teil der Unternehmensstrategie – davon zeugt unter anderem auch ein Verantwortungsbericht. Wie schätzen Sie die Bedeutung der verantwortungsvollen Philosophie von Søstrene Grene für Ihre Kundinnen und Kundinnen sowie den allgemeinen Geschäftserfolg ein? 

Sandra Freund: Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Schlagwort, sondern wird bewusst in unserem Unternehmen gelebt. Natürlich ist dies ein Entwicklungsprozess, den wir Søstrene Grene-mässig nur gemeinsam mit unserem Geschäftspartner in Dänemark umsetzen können. Wir sind sehr erfreut über den lancierten Verantwortungsbericht, den wir voll mittragen können. Die Aufgaben haben nicht nur begonnen, sondern sie werden sich auch in Zukunft vehement fortsetzen. Dafür setzen wir uns ein – unserer Umwelt und unseren Nachkommen zuliebe.

Søstrene Grene Store in Luzern/Schweiz © Søstrene Grene
Søstrene Grene Store in Luzern/Schweiz © Søstrene Grene

Veronika Bellone: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung für Søstrene Grene in der Schweiz? Gibt es noch weiteren Raum für eine Expansion?

Sandra Freund: Ja – wir haben noch ein paar Standorte in der Schweiz im Visier. Während unserer Geschäftstätigkeit in den letzten zwei Jahren haben wir festgestellt, dass sich nur grössere Ballungszentren als Standort für einen Søstrene Grene Store eignen. Doch eine Expansion ist durchaus auch jetzt noch möglich. In diesem Zusammenhang denken wir natürlich auch an den Ausbau unseres Webshops. Was aus einer Not während des ersten Lockdowns entstanden ist, hat sich in einem Jahr zu einem wertvollen Standbein entwickelt. Er ist sozusagen unser Baby Nummer 11. Jetzt arbeiten wir daran, Abläufe zu optimieren und in Verarbeitungsprozesse zu investieren. Doch die ständig steigenden Bestellungen geben uns Aufwind, unser Online-Geschäft zu einem mittragenden Pfeiler unseres Unternehmens zu entwickeln.

"Flaggenbank", Prof. Veronika Bellone in Luzern © 2021 Bellone Franchise Consulting GmbH
"Flaggenbank", Prof. Veronika Bellone in Luzern © 2021 Bellone Franchise Consulting GmbH

Das Franchise-Konzept aufgespürt und Frau Sandra Freund interviewt hat:

Prof. Veronika Bellone, Bellone Franchise Consulting GmbH, Zug/Schweiz