Mit dem geballten Wissen von Stoffwechselanalysen für 284 verschiedene Ernährungstypen

Thomas Matla interviewt Reto Zumbühl, Geschäftsleiter ParaMediForm AG, Schweiz


Die IdeaForm-Methode ist eine Präventionsmethode.

Durch die gesunde Ernährungsumstellung wird ein Beitrag zum Schutz vor fast allen gefährlichen Volkskrankheiten geleistet. Rund 40.6 Millionen Menschen in Deutschland weisen einen BMI von >25 auf und gelten damit als übergewichtig. Schätzungsweise 6 Millionen Deutsche haben Diabetes.

Thomas Matla: Herr Zumbühl, ParaMediForm ist im Gesundheitsbereich der Gewichtsabnahme in der Schweiz mit aktuell 44 Instituten aktiv, in Deutschland unter dem Namen Ideaform mit sieben Instituten. Wie sieht Ihr Angebot aus und was machen Sie anders, als andere Anbieter?

Reto Zumbühl: Wir haben ein drei Phasen-Programm, das sich in „schlank werden, schlank sein und schlank bleiben“, unterteilt. Im Unterschied zu unseren Mitbewerbern bieten wir eine Ernährungsumstellung an, wobei die Energiedichte der Ernährung in keiner Phase des Programms einer Diät nahe kommt. Mit unserer Stoffwechselanalyse können wir 284 verschiedene Ernährungstypen unterscheiden und mit unseren Kundinnen und Kunden individuell das Wohlfühlgewicht erreichen und stabilisieren.

Thomas Matla: Ihre Kunden und Kundinnen sind längerfristig, über mindestens neun Monate hinweg, in Ihrer Beratung. Glauben Sie nicht an kurze und schnell wirksame Gewichtsreduzierungs-Maßnahmen?

Reto Zumbühl: Nein, der sogenannte JOJO-Effekt greift grundsätzlich bei jeder schnellen Gewichtsreduzierung. Denn der Körper fällt bei einer Diät in den Sparmodus, weil er instinktiv das Gefühl hat, es handelt sich um einen Notstand. Das bedeutet gleichzeitig, dass er seinen Grundumsatz zum Erhalt der wichtigsten Körperfunktionen drosselt. Er verbrennt nur noch auf Sparflamme. Unser Stoffwechsel funktioniert ähnlich wie ein Verbrennungsmotor z. B. bei einem Auto. Geben wir unserem Auto zu wenig Treibstoff, dann geht der Motor aus. Den gleichen Effekt hat eine Diät. Der Stoffwechsel kommt zum Erliegen und der Körper merkt nicht, wann er vom Sparmodus wieder zurückschalten kann. Mit der Folge, dass oftmals nach der Hungerkur zusätzliche Kilos dazukommen.

Thomas Matla: Sie arbeiten mit 284 verschiedenen Stoffwechsel-Typisierungen. Wie haben Sie diese ermittelt, unterscheiden sich die Stoffwechsel-Typen in Deutschland und der Schweiz und haben sich diese über die Jahre verändert?

Reto Zumbühl: In den letzten 5 Jahren haben wir unsere Stoffwechseltypen von 72 auf 284 erweitert. Tatsächlich haben sich die Typen derart verändert, dass wir eine weitere Unterteilung in Untergruppen vollzogen haben, um noch bessere Resultate bei den Kundinnen und Kunden zu erreichen. Die Analyse der Typisierung ist in Deutschland und der Schweiz gleich. Mit der Stoffwechseltypisierung analysieren wir das bisherige Verhalten der Kunden und können mit den Erkenntnissen aus der Analyse, sowohl bei der Gewichtsabnahme als auch bei der Gewichtstabilisierung, die Verbrennung des Körpers bei den Kunden gezielt und individuell positiv beeinflussen.

Stoffwechsel-Hauttypen, Illustration © ParaMediForm
Stoffwechsel-Hauttypen, Illustration © ParaMediForm

Thomas Matla: ParaMediForm/ Ideaform erbringt seine Leistungen im Franchise-System. Welche besonderen Werte und Charakterzüge, Kenntnisse und Fähigkeiten müssen Ihre Partner/innen mitbringen, um diese besonderen Beratungsleistungen erfüllen zu können?

Reto Zumbühl: Seit 10 Jahren bin ich mittlerweile in der Evaluation von Partner/innen tätig. Meiner Erfahrung nach, ist die Motivation, weshalb jemand in die Selbständigkeit mit ParaMediForm/ideaform tritt, neben dem Anforderungsprofil mit zu berücksichtigen. Beim Anforderungsprofil sind bei uns Kenntnisse in der Beratung, Verkaufs- und Organisationstalent zu nennen. Bei den Charakterzügen und bei den Werten spielt eben die Motivation eine grosse Rolle. Dazu gehört der Wille zur Selbständigkeit, hohe Affinität zur Ernährung und der Wunsch in der individuellen Beratung zu arbeiten.

Thomas Matla: Wie stellen sie das zeitgemäße Know-how der Partner/innen sicher? Verfügen Sie über spezielle Ausbildungs-Module und Schulungsmaßnahmen, um Ihre Partner/innen weiter zu qualifizieren?

Reto Zumbühl: Seit 2006 arbeiten wir mit einem Franchisebeirat, der jährlich Beschlüsse z. B. in der Weiterentwicklung fasst. Die Systemzentrale tut gut daran, diese Beschlüsse zu prüfen und im Regelfall umzusetzen, da die Ideen direkt vom „point of sale“ kommen. Da die Vorschläge für die Neuerungen von der Basis kommen, werden sie in der Regel sehr gut von den PartnerInnen auch umgesetzt. Die Kommunikation über das intern definierte System und die Ausbildung über obligatorische Schulungstage sind dabei zentrale Eckpfeiler. Dennoch sind wir auch vom persönlichen Engagement der Partner/innen abhängig, die ein Interesse an ihrer eigenen Weiterbildung haben sollten.

Thomas Matla: Sie erfüllen mit der ParaMediForm-/ Ideaform-Methode einen nachhaltigen gesellschaftlichen Auftrag der Gesundheits-Prävention. Wie glauben Sie, wird sich das Ernährungsverhalten in Deutschland und der Schweiz weiterentwickeln? Werden sich die Menschen von selbst klüger verhalten und gesünder ernähren oder braucht es weiterhin eine Ernährungs-Schulung und –Begleitung?

Reto Zumbühl, GL ParaMediForm AG
Reto Zumbühl, GL ParaMediForm AG

Reto Zumbühl: Eine begleitende Ernährungsumstellung ist heute unabdingbar, davon bin ich mittlerweile überzeugt. Es geht grundsätzlich nicht mehr alleine um einen Wissenstransfer. Die klassische Ernährungsberatung hat gerade dort ihre Schwächen. Denn die Menschen haben noch nie so viel über Ernährung gewusst wie heute und dennoch steigt die Zahl der Menschen mit Übergewicht stetig an. Insofern sind die Menschen hauptsächlich bei der Umsetzung überfordert. Wir als Unternehmen sind abhängig von den Erfolgen unserer Kunden in der Gewichtsreduzierung und in der Gewichtsstabilisierung, worin auch der Kundennutzen unseres Programms liegt. Nur so erhalten wir auch Weiterempfehlungen und somit weitere Kunden, die unsere Existenz auf den Markt sichern. So wird deutlich, dass es nicht ausreicht, dem Kunden gut gemeinte Ernährungstipps mitzugeben. Vielmehr geht es um individualisierte „Umsetzungsmethoden“, wo wir mit der Entwicklung unserer 284 Stoffwechseltypen in Vorleistung getreten sind und einen wichtigen Beitrag für die Gesundheitsprävention sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz leisten können.

Thomas Matla: Herr Zumbühl, vielen Dank für Ihre informativen und anregenden Ausführungen und viel Erfolg für Ihr weiteres Wachstum.

Das Interview von Thomas Matla mit Reto Zumbühl wurde im August 2015 geführt.

Copyright: Thomas Matla, Greenfranchise Lab®, Berlin

Kontakt: office@greenfranchiselab.com