Niederschwellige Angebote für hochwertige Gartenarbeiten als profitable und sinnerfüllte Tätigkeit

Thomas Matla im Gespräch mit Reinhard Sperr, Gärtnermeister und Gründer von „DSG - Der Service Gärtner“, Oberhofen am Irrsee, Österreich

Dienstleistungen sind ein weiterhin nachgefragtes Marktsegment, das Franchise-Systeme mit Erfolg bearbeiten. Wie grüne Service-Dienstleistungen im Bereich hochwertiger Gartenarbeit erfolgreich angeboten werden und was ökologische Nachhaltigkeit, Gemeinwohlökonomie und soziales Engagement damit zu tun haben, erfahren Sie im nachfolgenden Interview mit Reinhard Sperr, dem Gründer des österreichischen Franchise-Systems DSG Der Service Gärtner.

Thomas Matla: Guten Tag Herr Sperr, Sie haben vor 15 Jahren „DSG – Der Service Gärtner“ gegründet. Natürlich interessiert uns Ihr Geschäftskonzept dahinter. Wen sprechen Sie als Zielgruppe an, welche konkreten Leistungen bieten Sie und was ist das Besondere an Ihrem Angebot?

Franchise-Gärtner Reinhard Sperr mit E-Mobil BMW i3. Photo © DSG Der Service Gärtner
Franchise-Gärtner Reinhard Sperr mit E-Mobil BMW i3. Photo © DSG Der Service Gärtner

Reinhard Sperr: Ich wollte bei der Gründung, und das ist nach wie vor aktuell, interessierten Privatkunden ein niederschwelliges Angebot für hochwertige Gartenarbeiten machen. Die Scheu Gartenarchitekten oder große Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen zu kontaktieren fällt beim Service Gärtner weg, da die Leute spüren, dass unser Betrieb auch gerne kleinste Aufträge ausführt. Das Angebot umfasst einfache Gartenplanung, Gartengestaltung und hochwertige Gartenpflege.


Der zweite, ganz wichtige Aspekt für mich war der Service-Gedanke. Deshalb auch die Firmenbezeichnung nicht z.B. Gartenbau Reinhard Sperr, sondern ganz bewusst Der Service Gärtner. Dienstleistung, auch und grade im grünen Bereich, stellt hohe Herausforderungen an den Unternehmer, noch höhere aber an seine Mitarbeiter. Hier uns mit besonderem Service und auch der einen oder anderen Dienstleistungsinnovation einen Namen zu machen, dass war ebenfalls von Beginn an eines der obersten Ziele. Ebenso von Beginn an gab es die Idee diese Dienstleistungsgärtnerei über Franchising einem breiteren Kundenkreis verfügbar zu machen.

Thomas Matla: Das letzte Jahr war für Sie wirtschaftlich, wie in Bezug auf Auszeichnungen und Preise sehr erfolgreich. Im Juni erhielten Sie den TRIGOS Preis 2014 OÖ für Ihr ganzheitliches CSR-Engagement, im Oktober den Oberösterreichischen Landespreis für Umwelt und Nachhaltigkeit sowie im November den ineo Preis für vorbildliche Lehrlingsausbildung. Was machen Sie mit Ihrem Unternehmen anders, als andere Unternehmen?

Reinhard Sperr: Ich denke es gibt sehr viele gute Initiativen auch von Unternehmerseite. Leider dominieren meist negative Nachrichten die Medien. Doch wenn man sich etwas ausführlicher mit den verschiedenen Thematiken rund um die Nachhaltigkeitsbewegung, Soziale Engagements von Unternehmen und natürlich Umweltbemühungen ansieht, dann tut sich da schon was. So gesehen sind wir mit unserer Philosophie Gott sei Dank nicht alleine, doch in manchen Gebieten Vorreiter. Darauf sind wir einerseits sehr stolz, andererseits macht es sich für das Unternehmen mittel- und langfristig auch wirtschaftlich bezahlt. Allein wenn man das Thema Mitarbeiter-Zufriedenheit herausgreift. Kümmert sich ein Unternehmen ordentlich um seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dann kommt das in vielfacher Weise auch wieder retour. Wir sind sicherlich keine „Grünen Romantiker“, eher Wirtschafter mit guten „grünen Ideen“, würd ich sagen.  

Thomas Matla: DSG – Der Service Gärtner ist in Österreich in den Bereichen Energieeinsparungen, Ökoenergie und alternative Mobilität gut vernetzt. Sie engagieren sich zudem im Bereich der Gemeinwohlökonomie. Was ist Ihnen hierbei besonders wichtig und warum?

Reinhard Sperr: Die umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema, und zwar von allen Beteiligten. Es genügt nicht, wenn wir im Büro unsere Ideen austüfteln und die Mitarbeiter auf der Baustelle nicht wissen wieso und warum. Auch muss unser Engagement auf Kunden und auch auf Lieferanten „ausstrahlen“, damit es den gewünschten Effekt erzielt. Ein nachhaltig wirtschaftender Betrieb macht das Ganze nie für sich allein. Er beschäftigt sich intensiv mit allen „Stakeholdern“, also allen, die mit dem Betrieb in irgendeiner Weise verbunden sind. Insofern sind Netzwerke sehr wichtig. Auch um sich immer wieder ein Stückerl weiterzuentwickeln, besser zu werden, genauer hinzuschauen.

Benchmarking ist ja auch ein wichtiger Bestandteil von professionell geführten Franchise-Systemen. Man könnte also sagen durch die Vernetzung mit anderen engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern misst man sich in gewisser Weise und lernt vom anderen.

Biotopbau-Quellstein. Photo © DSG Der Service Gärtner
Biotopbau-Quellstein. Photo © DSG Der Service Gärtner

Thomas Matla: Sie haben 2012 begonnen DSG – Der Service Gärtner zum ersten gärtnerischen Franchise-System Österreichs zu entwickeln. Was sind Ihre Gründe dahinter und welche Art von Partner/innen suchen Sie?

Reinhard Sperr: Der Hauptgrund ist, dass dieser Betriebstyp auf kleine Einheiten in regional sehr begrenztem Raum ausgerichtet ist. Idealerweise hat ein DSG Franchise-Partner null bis fünf Mitarbeiter und arbeitet im Umkreis von gut 20 Kilometern. Was mich an der Idee Franchise schon vor 15 Jahren begeistert hat und es auch noch heute tut, ist das Übernehmen von Verantwortung in den Systemen. Man kombiniert geschickt die Idee einer Filiale mit der Eigenverantwortung von selbständigen Unternehmern. Das ist eine riesen Herausforderung und geht auch mit Höhen und Tiefen einher. Doch wenn man es schafft eine Gruppe von Unternehmern für ein System zu begeistern, es mit ihnen gestaltet und weiterentwickelt, die Energie bündelt und so vielfach stärker als der berühmte Einzelkämpfer am Markt auftritt, dann hat Franchising für mich ein unglaubliches Potential.

Künftige Partner sollen Menschen sein, die Lust darauf haben die Vorteile einer Selbständigkeit mit den Vorteilen einer Partnerschaft eng zu verknüpfen. In der Frühphase, aber auch darüber hinaus, gibt es viele Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung des Systems.

Und ein letzter Punkt, von ganz vielen weiteren, ist die Philosophie, der Sinn, der unsere besondere Art der Arbeit vermittelt. Viel zu viele Menschen arbeiten um des Geldes Willen oder in Tätigkeiten, die keine Perspektive, keine Entwicklung, schlicht oft keinen Sinn vermitteln und gehen auch nicht selten daran zugrunde. Unser Franchise-System will genau dazu einen starken Gegenpol bilden und Arbeit wieder zu dem machen, was es ursprünglich auch mal sein sollte: Eine sinnerfüllte Tätigkeit.

Thomas Matla: Wie schätzen Sie die Entwicklung des Themas „Nachhaltigkeit“ in den nächsten 10 Jahren in Österreich und speziell in Ihrer Branche ein?

Reinhard Sperr: Schwer zu sagen. Die Grüne Branche ist nicht, wie viele vermuten, „heiliger“ als andere. Genug Schwarze Schafe kümmern sich nicht um die angesprochenen Themen, ja nicht mal um die Umwelt. Dabei wäre das ja ihre unmittelbare Arbeits- und Lebensgrundlage! Aber ich will optimistisch sein. Es tut sich ja einiges. Viele verschiedene Initiativen bringen Themen voran, die Politik unterstützt in vielfältiger Weise Unternehmer, die Veränderungen umsetzen wollen. Grad die eingangs angesprochenen Preise helfen einerseits Unternehmen zu motivieren, andererseits erfahren Menschen über Medien davon und sehen so, dass es auch die andere Seite gibt und nicht alle schlecht ist. In Zahlen kann ich hier leider nichts ausdrücken und ich kann auch nur für uns sprechen: wir bleiben weiter dran, versuchen jedes Jahr uns weiterzuentwickeln, neue Dinge zu lernen und auch Vorreiter zu sein bei verschiedenen Entwicklungen. So kann sogar ein relativ kleines Unternehmen wie das unsrige einen gar nicht so kleinen Teil betragen Dinge einfach besser zu machen.

Thomas Matla: Abschließend eine visionäre Frage zu Ihrer Unternehmensentwicklung: Wo sehen Sie „DSG - Der Service Gärtner“ in 10 Jahren? Auf welchen Märkten werden Sie aktiv sein wie viel Partner/innen werden Sie haben und welche Leistungen werden Sie anbieten?

Reinhard Sperr: Ihre Fragen sind nicht gerade einfach! Wir stehen in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich vor grundsätzlichen Fragen zur weiteren Entwicklung unseres Betriebes. Schaffen wir es die angestrebten ein bis drei neue Partner pro Jahr vorerst in Österreich zu finden und binden wir die über vielerlei Vorteile längerfristig an uns, dann können wir in 10 Jahren 15 bis 20 Franchise-Partner haben und unsere Aktivitäten sicherlich auf das deutschsprachige Ausland ausweiten. Gelingt es uns in den kommenden Jahren nicht geeignete Partner zu finden, dann werden wir unser Bestes im kleinen Rahmen fortführen und auf diese Weise die Branche etwas „aufmischen“. Aber natürlich ginge für mich ein Traum in Erfüllung würden wir das Ziel ein mittelgroßes Franchise-System zu werden erreichen!

Thomas Matla: Lieber Herr Sperr, haben Sie vielen Dank für Ihre vielfältigen Darstellungen und Anregungen und Ihr intensives und konsequentes Engagement für ein Nachhaltiges Wirtschaften. Für Ihre Franchise-Expansion wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Interessierte Franchise-Nehmer/innen finden weitere Informationen zum DSG Der Service Gärtner hier im GreenfranchiseMarket. Direkt auf die Homepage des DSG kommen Sie über folgenden Link: www.selbstaendig-gaertner-franchise.com

Das Interview von Thomas Matla mit Reinhard Sperr wurde im Februar 2015 geführt.

Copyright:

Thomas Matla, Greenfranchise Lab®, Berlin

Kontakt: office@greenfranchiselab.com