"Du bist was du isst!"

Prof. Veronika Bellone im Gespräch mit David Baumgartner, Geschäftsführer dean&david

Gesundes und kreatives Fast Food für München – mit diesem Motto begann 2007 die Erfolgsgeschichte von dean&david.

„Du bist was du isst!“ Mit dieser Erkenntnis hat sich das Ernährungsverhalten vor allem junger Menschen in den letzten Jahren massiv verändert. Doch eine echte, durchgängige Alternative im Fast Food Bereich, die diesem Bedürfnis Rechnung trug, gab es nicht, so der Geschäftsführer von dean&david, David Baumgartner. Nach über 2 Jahren Entwicklungsarbeit (u.a. mit Teresa Tesche von der Universität Weihenstephan) eröffnete der innovative Münchner im Szeneviertel Schwabing seine erste dean&david „Salat-Manufaktur“. Mit dem Slogan „fresh to eat“ wurde diese schnell zum neuen Fast Food Hotspot für gesunde Trend-Setter: sich u.a. seinen ganz eigenen Lieblingssalat völlig individuell und frisch zusammenzustellen, sich ohne grosse Umstände gesund und bewusst zu ernähren… und das alles in einer hochwertigen und stylischen Umgebung, das war und ist gefragt. Eine ebenso gesunde dreijährige Etablierungsphase mit Eigenbetrieben legte den Grundstein für das franchisierte Partnerschaftsmodell.

 

Lesen Sie mein Interview mit David Baumgartner, Initiant des Geschäftskonzeptes dean&david sowie Geschäftsführer der dean&david Franchise GmbH.

Veronika Bellone: Herr Baumgartner, Sie gehören mit 32 Jahren knapp der Generation der „Digital Natives“ an, also derjenigen, für die die digitale Vernetzung seit frühester Jugend zum Standard gehört. Das hat Ihre Einstellungen und Werte geprägt. Welche Bedeutung hat das Thema Nachhaltigkeit für Sie?

David Baumgartner: Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine ganz entscheidende Rolle. Wer die Zukunft aktiv gestalten und ein erfolgreiches Geschäftsmodell etablieren möchte, muss Verantwortung für sein Tun übernehmen. Das betrifft nicht nur den Aspekt der Umweltverträglichkeit sondern bedeutet auch, in die Entwicklungspotenziale seiner Mitarbeiter zu investieren und versuchen, aktiv umfassend das eigene Geschäftsmodell verantwortlich zu entwickeln.

Veronika Bellone: Und wie hat Sie der Wert Nachhaltigkeit in Ihrer Rolle als Franchise-Geber beeinflusst?

David Baumgartner: Wir haben ein Partnerschaftsmodell entwickelt, was dem Partner vor Ort die Möglichkeit gibt, sich als eigener Unternehmer in seinem lokalen und sozialen Umfeld zu entwickeln. Wir sehen uns eher als Ideengeber der ihn mit seiner Erfahrung unterstützt, ihn an die Hand nimmt bis er sich vor Ort entsprechend etabliert hat und auch das Konzept lokal anpasst... So versuchen wir auch den Eindruck einer „Kette“ zu vermeiden.

Veronika Bellone: Sie wollen den Charakter einer „Kette“ vermeiden. Was stört Sie daran?

David Baumgartner: Wir sehen uns nicht wirklich als Kette, weil unsere Partner vor Ort lokal agieren, sozial engagieren und wir als Zentrale lediglich eine kleine Gebühr beziehen dafür, dass wir die Vorarbeit in punkto Konzeptentwicklung, Markenauftritt und –werte sowie CI gemacht haben und laufendes Coaching anbieten. Die klassische Kette ist für uns ein gesichtsloses Filialsystem mit irgendwelchen Investoren, die der lokalen Gemeinde nicht das zurückgeben, was sie erhalten.

Veronika Bellone: dean & david versteht sich nicht nur als Innovator im Food-Angebot, sondern auch im Bereich sozialer Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und Kooperationspartnern und –partnerinnen. Sie holen z.B. in so genannten Kompetenztreffen deren Meinungen und Ideen ein. Wie wirkt sich das auf das Franchise-System aus?

David Baumgartner: Unser Franchise-System versteht sich als Partnerschafts-Modell, das heisst es wird jedem ermöglicht, das Konzept aktiv mitzugestalten und weiterzuentwickeln. Um Trägheit hinsichtlich zukunftsweisender Entscheidungen zu vermeiden, haben wir ein stetig laufendes Vorschlagswesen und regelmässige Kompetenztreffen eingeführt. Die Motivation jedes Einzelnen am Erfolg mitzuwirken wird dadurch massgeblich gestärkt.

Veronika Bellone: Wie ist die Resonanz Ihrer Kunden und Kundinnen? Wird Ihr Verantwortungsbewusstsein auf den verschiedenen Ebenen goutiert?

David Baumgartner: Unsere Kunden und Kundinnen spüren, dass hinter der Marke Persönlichkeiten stehen. Durch das authentische Auftreten und die Transparenz schaffen wir Vertrauen und das bekommen wir tagtäglich direkt vor Ort zurück.

Veronika Bellone: Sie haben einmal erwähnt, dass Ihre bisherigen Franchise-Partner auf Sie zugekommen sind – Sie haben diese nicht aktiv akquiriert. Was glauben Sie, war ausschlaggebend für das Vertrauen in Ihre Franchise-Marke?

David Baumgartner: Wichtig ist vor allem, seine eigenen Ansprüche an Qualität, Frische und Nachhaltigkeit umzusetzen. Diese Ehrlichkeit ist und bleibt die wichtigste Basis für die Gästebeziehung und Ansprache von potenziellen Franchise-Partnern.

Veronika Bellone: Wie haben Sie Ihre Zieldefinition der Nachhaltigkeit im Rahmen der Verantwortlichkeiten und in der Unternehmensorganisation gelöst? Gibt es ein entsprechendes Leitbild, Verhaltensregeln, einen „Nachhaltigkeits-Vorstand“?

David Baumgartner: Nachhaltigkeit ist ein Thema, das alle Unternehmensbereiche in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht betrifft. Dementsprechend liegt es in der Verantwortung jedes einzelnen Mitarbeiters, wie mit Ressourcen umgegangen wird. Missstände werden oft an der Basis vor Ort aufgedeckt, Aufgabe der Geschäftsführung ist es, Lösungen zu finden, um diese zu beseitigen. Dieses Wissen versuchen wir ständig mit den Partner zu teilen, so dass alle profitieren.

dean&david Münchner Hauptbahnhof, Foto: Th.Matla
dean&david Münchner Hauptbahnhof, Foto: Th.Matla

Veronika Bellone: dean & david gehört zur Enchilada-Unternehmensgruppe, die mit über 70 erfolgreichen Objekten und einem Jahresumsatz von über 60 Mio. € führend in der deutschen Erlebnis- und Freizeitgastronomie ist. Ist ökologische, ökonomische und/oder ökologische Nachhaltigkeit ein Thema?

David Baumgartner: Nachhaltigkeit ist immer ein Zusammenspiel der verschiedenen Aspekte. Schon allein aus ökonomischer Sicht ist Nachhaltigkeit heute ein sehr bedeutendes Thema, um Ressourcenverknappung und steigenden Energiekosten entgegentreten zu können. Auch qualifizierte Mitarbeiter und Führungsnachwuchs sind aus langjähriger Erfahrung heraus nicht einfach zu finden. Deshalb wird durch ein firmeninternes Trainee- und Schulungsprogramm stark in die Zukunft der Gruppe investiert.

Veronika Bellone: Worin sehen Sie Ihre (Nachhaltigkeits-)ziele mit dean & david in den nächsten Jahren?

David Baumgartner: Unsere Ziele orientieren sich stark an unseren bereits bestehenden Werten. Dazu gehört eine nachhaltige Personalentwicklung, faire Partnerschaft zu Erzeugern und Lieferanten, klare Produktherkunft, qualitativ hochwertige Produkte, verstärkter Einsatz von energieeffizienteren Küchengeräten und umweltschonenden Reinigungsmitteln, Abnahme von Ökostrom und Verwendung nachhaltiger Verpackungslösungen.

Da wir immer mehr spüren, dass entsprechende Lösungen am Markt fehlen, werden wir in Zukunft verstärkt auch den Entwicklungspart dabei übernehmen.

Veronika Bellone: Herzlichen Dank für die interessanten Ausführungen. Dann wünsche ich Ihnen viele spannende Impulse für Ihre Entwicklungsarbeit und weiterhin viel Erfolg.

 

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Das Interview von Prof. Veronika Bellone mit David Baumgartner wurde im Oktober 2011 geführt.

 

Copyright:

Prof.Veronika Bellone, Bellone Franchise Consulting GmbH, Zug

Kontakt: office@bellone-franchise.com