Backpack2school

Ein Interview mit den Gründerinnen Nesrin und Houda Bourbia


1. Wofür steht «Backpack2school»?

Gründerinnen Nesrin und Houda Bourbia © Backpack2school
Gründerinnen Nesrin und Houda Bourbia © Backpack2school

Unser Projekt hat ursprünglich in einem Kurs an der FHNW (Fachhochschule Nordwestschweiz) angefangen, bei dem wir soziale Projekte/Ideen mit dem Fokus Nachhaltigkeit erarbeiten sollten. In diesem Kurs haben wir das Projekt Backpack2school vorgestellt, welches Bildung für nachhaltige Entwicklung in algerischen Primarschulen, mit Hilfe von Schweizer Volunteers, lancieren sollte. Bei einer erfolgreichen Absolvierung eines Nachhaltigkeits-Projektes erhalten die TeilnehmerInnen einen Rucksack gespendet. Uns liegt Bildung für nachhaltige Entwicklung immer noch sehr am Herzen, weshalb wir das Nachhaltigkeitsprojekt im Backpack2school Mobilitätsprogramm integriert haben. Der Rucksack bleibt als Symbol für das Wissen rund um Nachhaltigkeit, welches Schweizer Studierende der Pädagogik während ihres Austauschs den SchülerInnen weitergeben.

2. Welchen Nutzen bietet ihr den Ausbildungsstätten und den Studierenden?

Für die Ausbildungsstätten bieten wir ganzheitliche Mobilitätsprogramme für angehende Lehrpersonen an. Das Programm beinhaltet Akquise von Universitätspartnerschaften außerhalb Europas, Unterstützung bei der Implementierung in die bestehenden Strukturen und die anschliessende Wirkungsmessung des Bildungsprogramms. Wir entlasten primär die International Offices bei der Auftragserfüllung des Bundes „Internationalisierung der Hochschulen“.

Für die angehenden Lehrpersonen ermöglichen wir kostengünstige Auslandspraktika an Schulen. Durch die Implementierung der Mobilitätsprogramme in den Strukturen der Hochschule, schaffen wir ein kostengünstiges und akkreditiertes Auslandspraktikum für angehende Lehrpersonen. Das Ziel der Auslandpraktika ist es, dass sich die angehenden Schweizer Lehrpersonen für die zunehmend interkulturellen Klassen vorbereitet fühlen.

3. Welchen Impact wollt ihr mit euren Programmen erzeugen und wie ist dieser messbar und dokumentierbar?

Wir möchten, dass allen Kindern die gleichen Bildungsmöglichkeiten angeboten werden. Alle Kinder, egal welcher Herkunft, sollten die gleichen Bildungschancen haben. Dafür brauchen wir interkulturell kompetente Lehrpersonen. Nur durch sie kommen wir der Chancengleichheit im Klassenzimmer ein Schritt näher.

Dank der Unterstützung durch Movetia und Stiftung Mercator Schweiz entwickeln wir zurzeit ein standardisiertes Wirkungsmessungstool. Durch eine Interessengruppe, bestehend aus zahlreichen Pädagogischen Hochschulen, können wir ein an die Bedürfnisse der Lehrpersonenausbildung angepasstes Tool entwickeln.

4. Wie steht ihr zum Franchising, ist es eine mögliche Option für eure Expansionsstrategie?

Franchising ist durchaus ein Thema bei uns. Das Ziel ist es, dass wir ein standardisiertes Vorgehen entwickeln und mithilfe von Gleichgesinnten unseren Impact auch in weiteren Ländern multiplizieren können.

5. Ihr wurdet für das einjährige Impact Hub Basel Incubator Programm ausgewählt. Wie bewertet ihr eure dortigen Erfahrungen und wem würdet ihr das Programm weiterempfehlen?

Das Inkubator Programm war definitiv eine wertvolle Erfahrung. Wir hatten die Möglichkeit unser Startup zu professionalisieren, unsere Services auszubauen und zahlreiche Kontakte zu knüpfen. Wir waren von einer inspirierenden Community umgeben, dies hat uns umso mehr motiviert. 

Wir würden das Programm auf jeden Fall jedem early stage Social Startup empfehlen. Man hat die Möglichkeit sich professionell und persönlich weiterzuentwickeln.

6. Was ist die Story hinter eurem Start-up, was war der Auslöser und wie seid ihr zu eurem Thema gekommen?

Wir selbst sind mit acht Jahren von Algerien in die Schweiz gezogen und mussten uns in einem neuen kulturellen Umfeld einleben. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass gut ausgebildete und interkulturell kompetente Lehrpersonen das A und O sind, für die eigene erfolgreiche schulische Laufbahn. Studien zeigen, dass solche interkulturellen Kompetenzen am besten während eines Auslandsaufenthaltes erworben werden. Leider zeigt sich in der Statistik zur Studierenden-Mobilität, dass Schweizer Studierende der Pädagogik nur selten an einem Austausch- oder Mobilitätsangebot ihrer Hochschule teilnehmen. Wir sind dem nachgegangen und haben zusammen mit der FHNW PH ein interkulturelles Mobilitätsprogramm für zukünftige Lehrer entwickelt, dass dies ändern soll.

7. Zu guter Letzt, wo seht ihr euch in fünf Jahren?

Wir entwickeln uns stetig weiter. In fünf Jahren sehen wir uns als Schweizer Bildungs-Hub, das ein Netzwerk von Pädagogischen Hochschulen weltweit aufgebaut hat, mit dem primären Ziel, qualitative Bildungsprogramme über Grenzen hinweg zu ermöglichen.

Liebe Nesrin, liebe Houda, vielen Dank für Euer Interview und viel Erfolg  weiterhin!

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