Was gibt es Neues im Greenfranchising?

Ein kurzer Rückblick in die vergangenen Franchise-Jahre sowie ein Ausblick, wo es hingehen könnte.

Ein Beitrag von Thomas Matla, Greenfranchise Lab

Die Karriere des Begriffs «Green Franchising» im deutschsprachigen Raum ist noch garnicht so lang. Prof.Veronika Bellone stellte ihn 2008 erstmals vor, als sie vom Megatrend «Nachhaltigkeit» sprach und dabei die damit verbundenen Chancen eines nachhaltigen Franchisings, sprich «Greenfranchising», betonte. Die Marktdurchdringungs- und Wachstumsstrategie Franchising ist dafür nämlich besonders geeignet. Zum einen setzt sie auf Standardisierung und eine verlustfreie Multiplikation von Geschäftskonzepten, zum anderen wird sie durch das lebendige Engagement unabhängiger Partner:innen getragen.

Begeistert vom Green Franchising realisierte Bellone 2011, zusammen mit dem damals in Berlin lebenden Consultant Thomas Matla, die Gründung des «Greenfranchise Lab», das fortan als Think Tank und Entwicklungslabor für nachhaltiges Franchising genutzt wurde. So folgte 2012 sogleich die Publikation «Green Franchising», Bellone/Matla, Verlag mi-Wirtschaftsbuch, das erste Fachbuch zum Thema «Nachhaltiges Franchising» im deutschsprachigen Raum. 

«Green Franchise Award» 2015 © Bellone Franchise Consulting GmbH
«Green Franchise Award» 2015 © Bellone Franchise Consulting GmbH

2013 konnten Bellone/Matla den Deutschen Franchise Verband zur Vergabe des ersten «Green Franchise Award» gewinnen. Ziel war es, einen Lernprozess in der Branche anzustossen, wie die ökonomische, ökologische, kulturelle und soziale Nachhaltigkeit bestmöglich konzipiert und realisiert werden könne. Dafür sollten Leuchttürme der Branche ausgezeichnet werden. Damals noch etwas exotisch anmutend, vergab der Verband seitdem jährlich in Folge – auch während der Corona-Pandemie – jeweils einen Green Franchise Award an Unternehmen, die in ihren Nachhaltigkeitsbemühungen aus der Branche herausragten. 2022 ist dafür ein Jubiläumsjahr, wird doch mittlerweile der «10. Green Franchise Award» vergeben.

Vom Nischenthema zum Leitthema

Im Jahr 2022 ist Nachhaltigkeit kein Nischenthema mehr. Als übergeordnetes Leitthema betrifft es alle Unternehmen in der Lizenz- und Franchisewirtschaft. Das Bewusstsein für Umweltthemen, wie die Vermeidung von CO2 und Umweltgiften und die Einsparung von Energien und Materialien ist gewachsen. Ebenso die Sensibilität für soziale und kulturelle Ungerechtigkeiten in den Unternehmen und entlang der Lieferketten. Doch das Lernen wird nie aufhören. Entsprechend sollten Lizenz- und Franchisesysteme weiter im Bereich der Unternehmensnachhaltigkeit gefördert und geschult werden, um ganz im Sinne des TQM ständig relevante Qualitätsverbesserungen realisieren zu können. Darum macht auch die Auszeichnung der besten nachhaltigen Franchisessysteme weiterhin Sinn.

Green Impact Franchising

Gleichzeitig läuten neue Start-ups eine neue Generation von Greenfranchise-Systemen ein. Die meist jungen Gründer:innen wollen mit ihren Unternehmen etwas bewirken. Sie wollen Impact erzeugen. Die Unternehmen sind dabei Mittel zum Zweck. Und der Zweck ist nicht in erster Linie Geld zu verdienen, im Sinne eines schnellen Exit und der Vergoldung der eigenen Nase. Klar, natürlich muss Geld verdient werden, denn diese Unternehmen stellen sich nicht als Non-Profit-Unternehmen auf, sondern schon als Wirtschaftsunternehmen. Aber, sie definieren von Beginn an einen «Purpose», einen Zweck, der sich als Umwelt- oder Gesellschaftswirkung, als «Impact», messen lässt.

Von Beispielen lernen

Ein sehr schönes Start-up, das ich hier vorstellen möchte, und das für mich beispielhaft für eine neue Bewegung im Franchising steht, ist das Start-up ChopValue. Es bezeichnet sich selbst als «The World`s first Circular Economy Franchise». ChopValue wurde 2016 in Vancouver, Canada gegründet. Es ist ein «Environmental Impact Start-up». Es sammelt in Canada (und mittlerweile weltweit) chinesische Essstäbchen nach dem Einmalgebrauch ein, reinigt sie und verarbeitet sie, in einem mechanischen und umweltverträglichen Verfahren, zu modischen Möbeln. Das Unternehmen ist «B Corporation Certified», also mit der höchsten Nachhaltigkeitsauszeichnung. Die in den Restaurants in Umlauf befindlichen Essstäbchen stammen meist aus China, haben also mindestens 9.000 Kilometer Transport hinter sich. Und sie sind aus Bambus, der einen CO2-Speicher darstellt. China produziert pro Jahr ca. 80 Mio. Wegwerf-Essstäbchen. Statt sie nach dem Einmalgebrauch einfach zu entsorgen, wird ein Teil davon von ChopValue upgecycelt und erneut dem Wirtschaftskreislauf zugeführt. Ein Leuchtturmbeispiel der Kreislaufwirtschaft. Bisher hat ChopValue in seinen Microfabriken, die im Franchising multipliziert werden, 32 Millionen Holzfliesen produzieren können, die als Grundform ihrer Möbel dienen. Das WEF schätzt den Marktwert der Circular Economy weltweit auf 4,5 Billionen Dollar. Zurzeit sind nur 8,6% der Weltwirtschaft zirkular.

Hier ein paar YouTube-Spots zu Visualisierung des Business Concepts von Chop Value:

Thomas Matla, Greenfranchise Lab © Bellone Franchise Consulting GmbH
Thomas Matla, Greenfranchise Lab © Bellone Franchise Consulting GmbH

Wenn Sie sich für grüne Marken, Greenfranchising und Green Licensing interessieren und Ihr Geschäftskonzept nachhaltiger im Sinne der Kreislaufwirtschaft aufstellen wollen, können Sie mich gern kontakten:

 

Greenfranchise Lab®

Thomas Matla

Mobil 0041. 79. 873 32 71

tm@greenfranchiselab.com

www.greenfranchiselab.com

Article by Thomas Matla © Greenfranchise Lab/ Bellone Franchise Consulting GmbH