Vom Klassischen Franchising zum Green Franchising (Teil 1)

In der neuen Serie "Vom Klassischen Franchising zum Green Franchising" werden Ihnen an dieser Stelle Auszüge aus dem Fachbuch "Green Franchising" vorgestellt (Autoren-Duo Prof.Veronika Bellone/Thomas Matla, Münchner Verlagsgruppe, ISBN Print 978-3-86880-137-8, ISBN E-Book 978-3-86416-109-4, gebunden, 256 Seiten, 2012, weitere Infos). 

Heute beginnen wir mit dem Franchise-Prinzip. Was ist darunter zu verstehen? Dazu ein Auszug aus dem Fachbuch:

Das Klassische Franchise-Prinzip

 

Franchising beruht darauf, dass ein erfolgreiches Geschäftskonzept systematisch aufbereitet und multipliziert wird. Damit dies überhaupt möglich ist, wird neben dem eigentlichen Leistungsangebot, vom Handels- bis zum Dienstleistungskonzept, ein zweites Produkt kreiert: ein Existenzgründungs- oder Franchise-Paket. In diesem Paket befindet sich, wie einleitend erwähnt, das Know-how, das die Franchise-Partner/innen benötigen, um sich mit dem Leistungsangebot selbstständig zu machen. Darüber hinaus ist im Rahmen des Partnermarketings der gegenseitige Umgang mit Rechten und Pflichten während der Vertragspartnerschaft beschrieben. Das alles in Wort und Schrift. Denn zu den Verpflichtungen der Franchise-Gebenden gehört, die schriftliche Dokumentation des Produktes 1 (Geschäftskonzept) und des Produktes 2 (Franchise-Paket) sowie die entsprechende Grundausbildung wie fortlaufende Schulung. Mit diesem Angebot richtet sich der Franchise-Gebende je nach Konzept und Expansionsschritt an Existenzgründer/innen oder Firmen. Letztere, wenn es sich zum Beispiel um eine Shop-in-Shop-Lösung für bereits bestehende Unternehmer/innen handelt, ein Conversion-Angebot zum Konvertieren des eigenen Betriebes zu einer Systemmarke oder um Masterpartner, die die Landesrechte eines Franchise-Konzeptes erwerben.

Das Klassische Franchising ist dabei geprägt von der klassischen Ökonomie; das heißt, es geht darum, mit den Produkten 1 und 2 positive Skaleneffekte zu bewirken. Die Entwicklungskosten bis zum Start mit dem Franchising sind hoch. Zum einen sind es die reinen Entwicklungskosten betreffend der standardisierten Aufbereitung der Systeminhalte. Zum anderen gehört eine vom Franchise-Gebenden durchgeführte Erprobungsphase in mindestens einem dezentralen Pilotbetrieb dazu. Diese Kosten zuzüglich derjenigen für den laufenden Support, müssen über die Gebühren der Franchise-Nehmenden amortisiert werden. Von Bedeutung ist der Zeitpunkt, ab dem wie vielten Franchise-Nehmenden der Break-even erreicht wird, gemessen an deren Einstiegsgebühren und laufenden Support- Gebühren.

Das Klassische Franchising orientiert sich in der Folge an der quantitativen Ausrichtung. Es geht um das Generieren von Partnern und Partnerinnen zur maximalen Marktdurchdringung und -erweiterung. Mit jedem neuen Franchise-Nehmenden verbessert sich die Produktivität der eingesetzten Kosten. Daraus rekrutieren sich auch die Motivationsanreize für die Franchise-Nehmenden, in dem vor allem ökonomische Ziele gesetzt und danach Erfolg und Misserfolg gemessen werden. 

Thomas Matla, 07.05.2015 © Greenfranchiselab® Berlin

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