Keine Kultur, keine Nachhaltigkeit

Unternehmensnachhaltigkeit hat sich in den letzten Jahren von einem „Nice to Have“ zu einem „Must have“ entwickelt. Gründer/innen, Geschäftsführer/innen und Vorstände wissen, dass sie mit ihren Unternehmen nachhaltig aufgestellt sein und nachhaltig handeln müssen. Doch wie sieht das mit der vierten Nachhaltigkeitssäule aus? Sollte Kultur im Unternehmen Berücksichtigung finden? Was sollte sie umfassen? Wie kann sie gestaltet werden und welchen Nachhaltigkeitsbeitrag leistet Kultur? Das ist das heutige Thema der Bellone Greenfranchise Consultants® Information Nr. 05/2015.

Howard Schultz zur Starbucks-Verantwortung


Die aktuelle Ausgabe des Time-Magazin (Europe Edition, Febr. 16/2015) zeigt den Starbucks CEO Howard Schultz auf dem Cover. In der entsprechenden Coverstory von Rana Foroohar „Howard Schultz is transforming his company. Starbucks for America. Changing the country is going to be harder“ geht Howard Schultz detailliert auf das Thema Unternehmensverantwortung by Starbucks ein. Unternehmensverantwortung hat für ihn etwas mit gesellschaftlicher Verantwortung und Unternehmenskultur zu tun.

Eigene Unternehmenskultur entwickeln

Unternehmen, wie Starbucks mit fast 12.000 Stores in den USA, registrieren sehr schnell und genau, wie sich die Gesellschaft verändert. Howard Schultz, der sich vier mal am Tag die Kaffee-Verkaufszahlen ansieht, kann sofort beurteilen, welche gesellschaftlichen Geschehnisse welche Folgen auf seinen Unternehmensabsatz haben. Seine Erkenntnis: Unternehmen können nur florieren, wenn es der Gesellschaft gut geht. Wenn die gesellschaftlichen Spannungen nicht mehr werden, sondern reduzierter. Um so wichtiger erscheint es mir, im eigenen Unternehmen strategisch und gezielt eine positive, offene und ehrliche Unternehmenskultur aufzubauen und diese auch nach außen, mit der Gesellschaft interaktiv zu leben und in diese Gesellschaft zu tragen. Wie das aussehen kann, beweist Schultz eindrücklich.

Offene Foren für die Mitarbeitenden

Nach den vermeidlich rassistischen Todesschüssen eines Polizisten in den USA kam es in Ferguson, Mo., New York City und Oakland zu gesellschaftlichen Unruhen. Schultz, der in seinem Starbucks-Unternehmen von einem Anteil von 40% der Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund ausgeht, veranstaltete daraufhin sofort offene Foren in fünf verschiedenen Städten, in denen sich seine Mitarbeitenden aller Hierarchie-Ebenen offen zum Thema „Rassismus“ miteinander und mit ihm austauschen konnten.

Gesellschaftliche Themen sind auch Themen der Mitarbeitenden – und umgekehrt

Andere Themen, die Schultz ebenso beherzt angeht, sind die finanzielle Unterstützung von Studenten und Studentinnen bis zum Studien-Abschluss, die Krankenversicherung für Ganztags- und zeitweilig Angestellte, die Wiedereingliederung von Kriegsrückkehrern durch Beschäftigung und Trainings, das Training von Jugendlichen und Benachteiligten, um deren Arbeitslosigkeit zu bekämpfen sowie das Thema Waffenbesitz.

Kultur ist ein gelebter Werte-Kodex 

Unternehmenskultur ist meiner Meinung nach der Kern der Kultur in und für Unternehmen. Diese entwickelt sich nicht von selbst, das zeigt das Starbucks-Beispiel sehr deutlich. Sie muss gezielt entwickelt werden. Auf der Basis der Unternehmens-Ethik und der Unternehmens-Werte. Sie muss, soll sie nachhaltig sein, zu den Unternehmenszielen, der Unternehmens-Vision und -Mission passen. Sie sollte strategisch geplant und bewusst entwickelt werden. „Cultura“ aus dem Lateinischen bezeichnete in Deutschland des 17. Jahrhunderts denn auch sowohl die Bodenbewirtschaftung, als auch die Pflege geistiger Güter. „Kultivierung in Unternehmen ist Urbarmachung der geistigen und physischen Nährstoffe und Schaffung von fruchtbarem Ackerland.“ (aus: Bellone/Matla „Kultur als vierte Säule im innovativen und nachhaltigen Franchising“ in  DFV-Jahrbuch Franchising 2013, Hrsg. Metzlaff/Böhner ZAP Verlag, ISBN 978-3-896-55699-8). Kultur als erfolgreicher Nachhaltigkeitsfaktor eines Unternehmens ist eine bewusste Entscheidung auf oberster Unternehmensebene. Kultur beruht auf Unternehmens-Ethik. Sie macht die Werte des Unternehmens für alle lebendig und mit allen Sinnen erfahrbar. Durch sie werden die Mitarbeitenden zu Unternehmens-Kulturträger/innen.

Von Fehlerkultur, Innovationskultur und Mutkultur

In deutschen Unternehmen wird oft über Kultur gesprochen. Das sprachliche Bewusstsein über den möglichen Nachhaltigkeitsbeitrag der Kultur ist in Unternehmen bereits latent vorhanden. Wichtig ist es jetzt, die eigene nachhaltig ausgerichtete, verantwortliche und Werte basierte Unternehmenskultur tatsächlich tragfähig zu entwickeln, aktiv zu gestalten und im Austausch mit der Gesellschaft ständig weiterzuentwickeln. Und zwar derart, dass sich der eigene unternehmenskulturelle Werte-Beitrag positiv auf die umgebende Gesellschaft und die Gesellschaftskultur auswirkt und diese in das Unternehmen positiv hineinwirken kann. Beratungen, Seminare und Workshops zum Thema Unternehmenskultur bietet übrigens das Greenfranchise Lab®.

Bellone Greenfranchise Consultants® Information Nr. 05/2015, vom 13.02.2015 © Thomas Matla, Greenfranchise Lab® Berlin

Tipp: Die Bewerbungsphase zum 3. Green Franchise Award 2015 läuft noch bis zum 27.03.2015!

Näheres erfahren Sie unter: www.GreenfranchiseAward.com