Was ist Greenfranchising und worin unterscheidet es sich vom Franchising?

Franchising ist weltweit bekannt und erfolgreich. Es ist ein auf Partnerschaft basierendes Vertriebssystem, das Betriebstypen und Geschäftskonzepte, verbunden mit einer Marke, über Franchise-Nehmende multipliziert, um schnell und erfolgreich Märkte zu bedienen. Dabei sind Franchise-Gebende immer auf mindestens zwei Märkten aktiv, nämlich dem Partner/innen-Markt, auf dem sie Existenzgründungen ermöglichen und auf dem Kunden-Markt, dem sie Lösungen anbieten.

Besondere Vorteile des Franchisings sind die durchdachten, standardisierten, dokumentierten und erfolgserprobten Konzepte, Prozesse, Produkte und Dienstleistungen, die an jedem Franchise-Standort, in gleicher Qualität, Beschaffenheit sowie Art und Weise, mit steter Verfügbarkeit erbracht werden können oder zur Verfügung gestellt werden. Damit erzeugen Franchise-Systeme Vertrauen und geben sowohl ihren Kunden und Kundinnen, wie Franchise-Nehmenden und Mitarbeitenden Sicherheit.

„Der Begriff Franchise stammt aus dem mittelalterlichen Frankreich. Dort wurde mit dem Begriff Franchise die Vergabe von Privilegien an Dritte bezeichnet, die gegen Entgelt im staatlichen Interesse produzieren oder Handel betreiben durften. Ins amerikanische Wirtschaftsvokabular übernommen, wurde Franchising in seinen Ausprägungen den Bedingungen der Märkte entsprechend weiterentwickelt.“ (aus: „Praxisbuch Franchising, Konzeptaufbau und Markenführung“, Veronika Bellone & Thomas Matla, mi-Wirtschaftsbuch, Münchner Verlagsgruppe 2012, 3. Auflage)

Greenfranchising ist ganzheitlich nachhaltiges Franchising

Der relativ junge, erst 2008 von Prof. Veronika Bellone in den deutschen Sprachraum eingeführte, Begriff "Greenfranchising" oder „Green Franchising“ stammt ursprünglich aus dem US-Amerikanischen und bezeichnete dort Franchise-Systeme mit Naturnähe, zum Beispiel für Dienstleistungen der Garten- und Landschaftspflege. Seitdem hat sich der Begriff weiter entwickelt und ausdifferenziert.

aus: Green Franchising, Veronika Bellone & Thomas Matla, mi-Wirtschaftsbuch, Münchner Verlagsgruppe 2012
aus: Green Franchising, Veronika Bellone & Thomas Matla, mi-Wirtschaftsbuch, Münchner Verlagsgruppe 2012

Heute verstehen wir darunter besonders im deutschsprachigen Raum Deutschland, Österreich und Schweiz (D/A/CH) Franchise-Systeme, die den Anspruch an sich selbst haben, nachhaltiger zu wirtschaften. Nach Bellone/Matla manifestiert sich Unternehmensnachhaltigkeit am vorausschauenden, ganzheitlichen und verantwortlichen Umgang mit den vier Nachhaltigkeitssäulen Ökonomie, Ökologie, Kultur und Soziales. Dieser Nachhaltigkeitsanspruch kann unterschiedliche Richtungen, Ausprägungen und Ausdifferenzierungen haben.

Aktuelle Typen von Greenfranchise-Systemen

Klassische Greenfranchise-Systeme“ orientieren sich an „Closed Loops“, also am Denken in geschlossenen Kreisläufen. Sie verfolgen, im Sinne von Michael Braungart, während ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit den Cradle-to-Cradle-Gedanken, wollen also keine Abfälle und Schadstoffe hinterlassen, sowohl in Bezug auf die Umweltverträglichkeit, als auch in Bezug auf die Kultur- und Sozialverträglichkeit. Der Zero Footprint, das Hinterlassen keines negativen Fußabdrucks, ist das Ziel.

Fokussierte Greenfranchise-Systeme“, widmen sich einem Nachhaltigkeitsbereich besonders und wollen in diesem, über die wirtschaftliche Tätigkeit hinaus, eine besondere Wirkung erzeugen. Hierunter fallen Systeme, die einen ECO-IMPACT(Energieeinsparung, CO2-Reduktion, Materialeinsparung), CULTURAL IMPACT (Wertevermittlung, Lernen) oder SOCIAL IMPACT (Arbeitsplätze für Benachteiligte, Integration) generieren wollen. Der Positive Handprint, das Hinterlassen einer positiven Wirkung, ist das Ziel.

Weitere Anregungen zu diesem Thema finden Sie im Fachbuch "Green Franchising" von Veronika Bellone & Thomas Matla,

mi-Wirtschaftsbuch, Münchner Verlagsgruppe 2012.

Thomas Matla,

Greenfranchise Lab®